Österreichisches Patentamt

Inventum 2012

 

Die Gewinner/innen stehen fest: Bei der Festveranstaltung am 4. März 2013 wurden die Preise für die Patente des Jahres 2012 vergeben.

 

Gold: Zizala Lichtsysteme GmbH
LED Kraftfahrzeugscheinwerfer zur Erzeugung einer dynamischen Lichtverteilung (Patent AT 508604)

Inventum 2012: ZizalaLED HEAD LAMPS. Die in Wieselburg angesiedelte Zizala Lichtsysteme GmbH entwickelte einen Voll-LED-Matrix-Scheinwerfer, der es ohne Beeinträchtigung des Gegenverkehrs oder vorausfahrender Fahrzeuge ermöglicht, dauerhaft mit Fernlicht zu fahren. Diese Innovation zur Hebung der Verkehrssicherheit wird durch geschicktes Schalten von LED-Lichtquellen möglich.

Für einen Dauerfernlichtbetrieb müssen Bereiche, in denen sich entgegenkommende und vorausfahrende Fahrzeuge befinden, gezielt ausgeblendet werden. Dies wird mit einem Scheinwerfer realisiert, der aus Lichtmodulen aufgebaut ist, die wiederum aus Untereinheiten bestehen. Eine Untereinheit hat eine LED-Lichtquelle und eine Primäroptik. Das aus den Primäroptiken austretende Licht wird über eine Projektionslinse (Sekundäroptik) des Lichtmoduls auf die Fahrbahn projiziert und erzeugt somit einen Teil der Gesamtlichtverteilung.
Durch die Gesamtheit der Lichtmodule wird eine Fernlichtverteilung, die aus senkrechten, seitlich versetzten und sich überlagernden Lichtstreifen besteht, erzeugt. In Verbindung mit einem Kamerasystem können durch Abschalten einzelner LEDs Verkehrsteilnehmer dynamisch ausgeblendet werden. Das dynamische Ausblenden erfolgt dabei ohne bewegliche Teile im Scheinwerfer, was eine geringe Fehleranfälligkeit und eine hohe optische Präzision zur Folge hat.

 

Silber: TU Wien & MedUni Wien
Triazin-Derivate als Differenzierungsbeschleuniger (Patent AT 511441)

Inventum 2012: TU WIen HerzCARDIOGENESE. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit eine der häufigsten Ursachen verkürzter Lebenserwartung. Bislang existiert keine allgemein wirksame Behandlung zur Wiederherstellung der normalen Herzfunktion nach einem Myokardinfarkt. Daher sind Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen und das Risiko eines erneuten Infarkts stets gegeben.

Am Institut für Angewandte Synthesechemie (IAS) der TU Wien wurden in Zusammenarbeit mit Kollegen der Medizinischen Universität Wien Substanzen entwickelt, die durch Umwandlung (körpereigener) Vorläuferzellen in intakte Herzmuskelzellen eine verbesserte Zelltherapie möglich machen. Es ist gelungen, aus undifferenzierten Zellen schlagende Herzmuskelzellen zu generieren. Die nun patentierten Triazin-Verbindungen konnten im modularen Verfahren synthetisiert und getestet werden, wobei eine beschleunigte Differenzierung der Zellen in Richtung Herzmuskelzellen im Mäusemodell erreicht wurde. Dadurch soll die beschränkte Regenerationsfähigkeit des Herzens überwunden werden.
Eine solche Therapie würde nicht nur die Lebensqualität der PatientInnen drastisch verbessern, sondern auch die Kosten für das Gesundheitssystem verringern.

 

Bronze: Asamer Basaltic Fibers GmbH
Basaltfasern (Patent AT 509990)

inventum 2012: asamerPERFORMING FIBER. Asamer Basaltic Fibers entwickelte eine umweltfreundliche Hochleistungsfaser aus geschmolzenem vulkanischem Gestein. Die zum Patent angemeldete spezielle Zusammensetzung der Rohmaterialien ermöglicht herausragende Qualitäten in Bezug auf mechanische Festigkeit, chemische und thermische Beständigkeit. Außerdem verursacht die mineralische ASA.TECFaser deutlich weniger CO2-Emissionen als Substitutionsprodukte.

Die Reduktion von CO2-Emissionen und Ressourceneffizienz prägen heute viele Industrien. Leichtbaumaterialien aus Faserverbundwerkstoffen gewinnen vor allem in der Automobilindustrie, in der Bauindustrie oder im Bereich der Windenergie zunehmend an Bedeutung. Gefordert wird ein Material, welches über ausreichend gute Eigenschaften wie hohe Zugfestigkeit oder Steifigkeit verfügt und zudem umweltfreundlich und wirtschaftlich ist. Die ASA.TEC-Faser verbindet die richtigen Rohstoff-Vorkommen mit der intelligenten Mischung und der einzigartigen Technologie. Das Ergebnis: ein Qualitätswerkstoff, der mit seiner patentierten chemischen Zusammensetzung neue Anforderungen erfüllt, Innovationen ermöglicht und dem steigenden Umweltbewusstsein entspricht.

 

Top 4-10 (in alphabetischer Reihenfolge)

Austrian Institute of Technology GmbH
Magnesiumlegierung (Patent AT 510087)

inventum 2012: AITHochfeste Magnesium-Legierungen können für völlig neue, sich im Körper auflösende Implantate eingesetzt werden. Die extreme Leichtigkeit ist wichtigster Grund für die große Nachfrage aus der Fahrzeug- und Luftfahrtindustrie. Die von AIT entwickelten Mg-Legierungen bieten sowohl höchste Festigkeit als auch Qualität.

 

Boehlerit GmbH & Co KG
Schneidwerkzeug oder Schneidersatz hierfür sowie Verwendung dieser (Patent AT 51073)

inventum 2012: boehleritBoehlerit entwickelte eine neuartige Ti1-xAlxN Beschichtung für Werkzeuge. Diese Beschichtung stellt eine weltweite Sensation in der Branche dar und erbringt – bedingt durch die einzigartige Nanostruktur – herausragende Ergebnisse beim Fräsen von Gusseisen und Stahl.

 

Frequentis AG
Verfahren und System zur Übertragung von vertraulichen und nicht vertraulichen Daten (Patent AT 504196)

inventum 2012:frequentisEntwickelt wurde ein Verfahren zur zuverlässigen Trennung und Verarbeitung von vertrauens- und nicht vertrauenswürdiger Kommunikation in ein und demselben Kommunikationssystem. Die Erfindung findet seine Anwendung in der militärischen Flugsicherung und in der Einsatzführung von Sicherheitsorganisationen.

 

IAT 21 - Innovative Aeronautics Technologies GmbH
Reibungsfreies Schwenklager (Patent AT 511205)

IAT21Das reibungslose, sehr leichtgewichtige Schwenklager löst ein maschinenbauliches Problem. Reibung verursacht Verschleiß und Energieverluste. Im Verhältnis zu Wälzlagern konnte die Reibung um 10er-Potenzen reduziert werden und elektromagnetische Lager sind um mehrere 10er-Potenzen schwerer.

 

M.I.T. - Metallurgy & Inorganic Technology
Verfahren zum Aufarbeiten von verbrauchtem kohlenstoffhaltigen Kathodenmaterial (Patent AT 510686)

MIT EdlingerDie „Montafoner Ideen-Werkstatt“ für Recyclingtechnologie von DI Alfred Edlinger entwickelte ein elektromagnetisches Aufschlussverfahren für Verbundwerkstoffe zur Rückgewinnung von Metallen und Synthese organisch-chemischer Basischemikalien. Dieses thermochemische Trennverfahren hilft beim Recycling von Werkstoffen.

 

Technische Universität Wien
Pflanzenschutzmittel (Patent AT 509501)

TU PflanzenschutzmittelMit dem Naturstoff Juglon aus der Walnuss wurde ein wirksames Mittel gegen den bakteriellen Feuerbranderreger Erwinia amylovora gefunden. Juglon kann künftig als umweltfreundliche Alternative zum derzeit als Pflanzenschutzmittel eingesetzten Antibiotikum Streptomycin im Kernobstanbau dienen.

 

 

Verwendung von Zusammensetzungen zur Herstellung biologisch abbaubarer, bioverträglicher, vernetzter Polymere auf Basis von Polyvinylalkohol (Patent AT 506168)

TU WIen PolymereEntwickelt wurden umweltverträgliche Chemikalien, die durch Licht ausgehärtet werden. So können Nahrungsmittel-Verpackungen hergestellt werden, die garantiert keine gesundheitsschädlichen Substanzen abgeben, oder man kann in 3D-Druckern ganz gezielt bioverträgliche Objekte herstellen, etwa für Knochenimplantate.

 

> zur Presseaussendung

Meine Mappe

Meine Mappe
  • (Keine Einträge)

Mein Warenkorb

Mein Warenkorb
  • (Keine Produkte)