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Ich weiß, wovon du träumst

Lieber Berge oder lieber Strand? Feines Entrecôte oder doch das Menü vom Campingkocher? Dr. Guger von g.tec kann unausgesprochene Vorlieben und Träume sichtbar machen. Das geht mit seinem patentierten Brain-Computer-Interface, das Hirnaktivitäten sehr genau beobachtet, analysiert und auswertet. "Bei manchen Tests wollen die Probanden am Ende das Ergebnis gar nicht wissen", erzählt er. Verständlich. "Denn wenn das Foto von der eigenen Mutter im Ranking weit vor der Partnerin liegt, dann ist das keine gute Geschichte für den Frühstückstisch", scherzt Guger.

Was nach einer Spielerei klingt, hat einen ernsten Hintergrund. Über die Computer-Hirn-Schnittstelle können Schlaganfallpatient*innen wieder ihre Finger bewegen, Prothesen steuern und vor allem: kommunizieren. "Das Erkennen von Sätzen, an die man denkt, funktioniert erschreckend gut", sagt Guger. Allerdings, so erklärt er, funktioniert das nur mit einem Implantat. Mit Elektrodenhaube geht das nicht.

Und träumen? g.tec kann 18 verschiedene Formen in einem Traum erkennen. Auch wenn man sich selber nicht mehr erinnert. Die Gehirn-Computer-Schnittstelle kann mit Sicherheit sagen: Du hattest wieder den Traum vom Wald. Dass man sich irgendwann Träume aus der Cloud downloaden und träumen kann, glaubt Guger nicht. Eine traumlose Nacht hingegen ist für ihn nicht weit hergeholt. "Das Unterdrücken depressiver Gedanken scheint jedenfalls gut zu funktionieren", sagt Guger.

So eine Gehirn-Computer-Schnittstelle kann aber nicht nur "lesen" sondern auch "schreiben". Gemeint ist: unsere Wahrnehmung beeinflussen. Es kann beispielsweise ein Deja-Vu erzeugen oder Gesichter, wie Geister vor unseren Augen, erscheinen lassen. In einem anderen Experiment werden Gesichter verzerrt. Also nichts für schwache Nerven. All das ist für Christoph Guger aber nicht zentral. "Im Kern geht es darum wichtige Hirnregionen und ihre Funktionen zu kennen, damit sie bei einem Eingriff nicht versehentlich entfernt werden", betont er.

Dass wir alle irgendwann eine Gehirn-Computer-Schnittstelle haben werden, glaubt Guger nicht. Auch die häufige erwähnte Anwendung Passwörter durch Gedanken zu ersetzen, hält er für unpraktisch - obwohl es natürlich möglich wäre. Gehirn-Computer-Schnittstellen werden wohl ähnlich weit verbreitet sein wie VR-Brillen. Und so wie die VR-Brille bietet dann auch die Elektrodenhaube das gewisse extra Spielerlebnis für Gamer. Nämlich das eigene Unterbewusste als integraler Bestandteil des Spiels. Da kann es dann schon sein, dass mein Endgegner eine Spinne ist, und Ihr Endgegner ist ein Geist.

18. Mai 2020
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