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Österreicher setzt Malaria Schach matt

Österreichisches Patentamt gratuliert Biochemiker Oliver Hayden zur Nominierung für den europäischen Erfinderpreis 2017

„Alle 12 Sekunden stirbt ein Mensch an Malaria. Betroffen sind vor allem Kinder. Das ist ein unerträglicher Zustand. Der Parasit spielt mit unserem Immunsystem Katz und Maus und ist deshalb besonders schwierig zu bekämpfen“, sagt Patentamtspräsidentin Mariana Karepova über die Tragweite der Erfindung von Biochemiker Oliver Hayden und dem Hämatologen Jan van den Boogaart. Die beiden sahen sich gefordert und entwickelten einen automatisierten, computerbasierten Bluttest, mit dem man die tödlichste Krankheit unserer Zeit zuverlässig erkennen kann. Das hat auch das Europäische Patentamt begeistert und das Team für den europäischen Erfinderpreis in der Kategorie Industrie nominiert.

Durch den Vergleich von nicht-Infizierten und infizierten Menschen haben sie den „Fingerabdruck von Malaria“ gefunden. „Wir haben uns mit den Daten auseinandergesetzt und die überraschende Beobachtung gemacht, dass es vor allem die Blutblättchen sind und weniger die Immunzellen, die Informationen über die Malariainfektion liefern“, erklärt Hayden. Dadurch kann die Krankheit wesentlich rascher und bei einer großen Zahl von Blutproben diagnostiziert werden. Bisher waren die Tests zeitintesiv, aufwändig und mussten von gut geschulten Fachkräften gemacht werden. Für die Idee bedankt sich Hayden bei seinem Kollegen Boogaart, der erstmals in Südafrika das auffällige Datenmuster bei infizierten Blutproben auf dem Advia 2120i Hematology System von Siemens  beobachtet hat. Durch akribische Arbeit in der Datenanalyse wurde dann ein verlässliches Muster gefunden, das nun ein massentaugliches Diagnoseverfahren erlaubt.

„Für die Medizintechnik ist der Patentschutz elementar“, so Hayden: „die hohen Investitionskosten für die Produktentwicklung und langjährigen Zulassungsverfahren lassen sich so rechtfertigen.“

Der europäische Erfinderpries wird jährlich in den Kategorien Industrie, KMU, Forschung, außereuropäische Staaten und Lebenswerk vergeben. Zusätzlich zu den fünf Kategorien wird auch ein Publikumspreis vergeben, bei der jede und jeder mit abstimmen kann. Patentamtspräsidentin Mariana Karepova und viele der Expertinnen und Experten des Österreichischen Patentamtes haben diese Möglichkeit bereits genutzt und aus voller Überzeugung für Oliver Hayden und Jan van den Boogaart gestimmt. Denn ihre Erfindung hat eine globale Tragweite und rettet Menschenleben. Das Voting ist noch bis 11. Juni 2017 über die Website des Europäischen Patentamtes möglich.

Österreichische Erfinder/innen gewannen in den letzten Jahren wiederholt diese prestigeträchtige Auszeichnung. So ging vor zwei Jahren die Trophäe an ein internationales Team von Elektrotechnikern rund um den Österreicher Franz Amtmann, das maßgeblich an der Entwicklung der Near Field Communication-Technologie (NFC) beteiligt war. 2013 bekam das Vorarlberger Unternehmen Blum für sein Dämpfungssystem für Möbelscharniere den Preis.

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