Von Kren bis Käferbohne
Seit 2008 steht der Steirische Kren(g.g.A.) im EU-Qualitätsregister. Kren ist seit der Antike in Europa bekannt und wird mindestens seit dem Mittelalter in der Steiermark geerntet. Das Anbaugebiet liegt in der südlichen Steiermark, vor allem in der Linie Hartberg-Weiz-Graz-Voitsberg, hier wächst die weißliche Wurzel zu besonderer Würze heran.
Im Jahr 2015 kam die Pöllauer Hirschbirne (g.U.) dazu. Mit Hirschen hat sie aber nichts zu tun: Der Name kommt vom steirischen Dialektwort „Hi(a)rscht“ für Herbst. Denn diese alte Mostbirnensorte reift sehr spät im Jahr und wird gleich zu Most und Schnaps verarbeitet oder gedörrt. Im Naturpark Pöllauer Tal prägen die Hirschbirnbäume mit ihren ausladenden Kronen die Landschaft. Doch das Anbaugebiet liegt nicht nur in der Steiermark, sondern erstreckt sich noch weiter bis ins südliche Niederösterreich.
Eine in ganz Österreich gern gesehene Hülsenfrucht ist seit 2016 geschützt: die Steirische Käferbohne (g.U.). Ursprünglich stammt sie – wie auch das andere typisch steirische Gemüse, der Kürbis – aus Zentralamerika. In der Steiermark wird sie seit dem 19. Jahrhundert angebaut und hat durch Züchtung und Anbaubedingungen ihr charakteristisches, leicht nussiges Aroma entwickelt.
Krümeliger Käse und besonderes Brot
Ennstaler Steirerkas (g.U.) genießt seit 2021 einen Herkunftsschutz. Dabei handelt es sich um einen krümeligen und fettarmen Käse aus Sauermilch, der in den Sennereien im Bezirk Liezen hergestellt wird. Die wichtigste Zutat ist natürlich die Milch, die von den Kühen auf den Ennstaler Almen kommt. Früher war Steirerkas das Arme-Leute-Essen der Region, heute ist er eine beliebte Spezialität.
Der jüngste Neuzugang im Jahr 2023 war das Lesachtaler Brot (g.g.A.). In dem abgelegenen Kärntner Alpental hat das Brotbacken eine lange Tradition: Schon im Jahr 2010 wurde die Brotherstellung im Lesachtal ins immaterielle Kulturerbe der UNESCO aufgenommen. Was dieses Brot so besonders macht? Jede Familie bäckt es nach eigenem Rezept im hauseigenen Holzofen – und oft wird auch das Getreide selbst angebaut und gemahlen.
Möchten Sie mehr über Herkunftsangaben wissen? Zur Infoseite des Österreichischen Patentamts.
Haben Sie Detailfragen? Schreiben Sie uns unter herkunftsangaben(at)patentamt.at eine Mail!