Ob Möbel, Mode oder Alltagsgegenstände: Wie ein Produkt aussieht, entscheidet immer öfter darüber, ob wir es kaufen. Fast drei von vier Konsumentinnen und Konsumenten in der EU sind bereit, für ein besser gestaltetes Produkt mehr zu bezahlen – in Österreich sind es 71 %. Das zeigt eine aktuelle Studie des Amtes der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO). Für Unternehmen heißt das: Gutes Design ist kein Beiwerk, sondern ein handfester Wettbewerbsvorteil.
Design treibt die Wirtschaft an
Der wirtschaftliche Effekt ist beachtlich: Designorientierte Branchen beschäftigen in der EU rund 28 Millionen Menschen und erwirtschaften mehr als 16 % der Wirtschaftsleistung. Besonders deutlich wird der Wert eines geschützten Designs bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU): Wer seine Designs eintragen lässt, erzielt im Schnitt fast 30 % mehr Umsatz pro Kopf und zahlt rund 25 % höhere Gehälter als Betriebe ohne eingetragene Rechte.
Auch bei den Konsumentinnen und Konsumenten gewinnt Design an Bedeutung – vor allem bei den jüngeren: 80 % der 18- bis 24-Jährigen geben an, dass die Gestaltung ihre Kaufentscheidung maßgeblich beeinflusst. Am stärksten zählt der erste Eindruck bei Möbeln (76 %) sowie bei Bekleidung und Accessoires (66 %).
Wo Erfolg ist, sind Fälschungen nicht weit
Gerade weil Design so wertvoll ist, wird es zum Ziel von Copycats. Rund 13 % der Menschen in der EU haben schon bewusst gefälschte Waren gekauft, bei den 15- bis 24-Jährigen sind es sogar 26 %. Der Schaden ist erheblich: Allein in der Bekleidungsbranche entgehen den Herstellern in der EU jährlich rund 12 Milliarden Euro, bei Handtaschen, Schmuck und Uhren weitere 2,7 Milliarden Euro.
Auf Österreich entfallen davon etwa 580 Millionen Euro in der Mode- und rund 100 Millionen Euro in der Schmuck- und Accessoirebranche. Dazu kommt: Gefälschte Produkte erfüllen häufig keine Sicherheits- und Qualitätsstandards und können so auch zum Gesundheitsrisiko werden.
Besonders hart trifft es KMU: Sie stützen sich oft auf wenige unverwechselbare Designs und haben kaum Mittel, um Nachahmungen aufzuspüren und dagegen vorzugehen.
So sichern Sie Ihr Design
Ob Sessel, Sneaker oder Smartphone-Hülle: Wer früh an den Schutz des eigenen Designs denkt, sichert sich nicht nur einen kreativen, sondern auch einen wirtschaftlichen Vorsprung.
Doch bisher haben erst rund 1 % der KMU in der EU ihre Designs eintragen lassen. Dabei ist der Schutz heute einfacher denn je. Eine kürzlich beschlossene Reform des EU-Designrechts hat die Verfahren vereinfacht, die Kosten gesenkt und neue Möglichkeiten geschaffen – etwa für die Eintragung animierter Designs.
Wer ein Design schützen möchte, hat zwei Wege: Für den Schutz in Österreich ist das Österreichische Patentamt die richtige Adresse. Soll der Schutz EU-weit gelten, genügt eine einzige Online-Anmeldung beim EUIPO – gültig in allen 27 Mitgliedstaaten.
Mehr Infos:
EUIPO-Studie zu Designs
Designs anmelden beim Österreichischen Patentamt
Fotocredit Vorschaubild: EUIPO